Glycin & NAC – Zwei Aminosäuren, ein starkes Duo
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Einleitung
Wer sich intensiver mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei Namen: Glycin und NAC (N-Acetylcystein). Beide sind Aminosäuren – und beide spielen eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel. Kein Wunder also, dass sie zunehmend gemeinsam diskutiert werden.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, was Glycin und NAC sind, welche Funktionen sie im Körper übernehmen und warum viele Menschen sie kombiniert einnehmen.
Was ist Glycin?
Glycin ist die kleinste und einfachste Aminosäure. Der Körper kann sie selbst herstellen (nicht-essenziell), dennoch wird sie über die Nahrung aufgenommen – vor allem über kollagenreiche Lebensmittel wie Knochenbrühe, Fleisch und Fisch.
Glycin im Körper:
- Baustein für Kollagen (das häufigste Protein im menschlichen Körper)
- Beteiligt an der Synthese von Glutathion – einem körpereigenen Antioxidans
- Spielt eine Rolle im Energiestoffwechsel und der Zellfunktion
Hinweis: Für Glycin existieren derzeit keine zugelassenen Health Claims gemäß EU-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Was ist NAC (N-Acetylcystein)?
NAC ist eine acetylierte Form der Aminosäure L-Cystein. Es dient dem Körper als Vorläufer für die Synthese von Glutathion – einem der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien.
NAC im Körper:
- Liefert Cystein als Baustein für die Glutathion-Synthese
- Wird in der Forschung intensiv untersucht
- Kommt natürlich in proteinreichen Lebensmitteln vor (Geflügel, Eier, Hülsenfrüchte)
Hinweis: NAC befindet sich in der EU in einer regulatorischen Grauzone. Vor der Einnahme empfehlen wir, ärztlichen Rat einzuholen.
Glycin + NAC: Die Kombination
Glycin und NAC werden häufig gemeinsam diskutiert, weil beide als Vorläufer von Glutathion fungieren. Glutathion besteht aus drei Aminosäuren: Glutamat, Cystein und Glycin. NAC liefert das Cystein.
Diese Kombination wird in der Wissenschaft unter dem Begriff GlyNAC untersucht. Erste Studien haben die Kombination bei älteren Erwachsenen untersucht. Die Forschung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium; größere klinische Studien stehen aus.
Was die Wissenschaft bisher zeigt (neutral):
- Glycin und Cystein (aus NAC) sind natürliche Bestandteile des Glutathion-Moleküls
- Beide Aminosäuren kommen in der normalen Ernährung vor
- Die Kombination wird aktiv wissenschaftlich erforscht
Wie werden Glycin und NAC eingenommen?
Glycin ist als Nahrungsergänzungsmittel weit verbreitet und in Pulver- oder Kapselform erhältlich. NAC ist ebenfalls als NEM verfügbar – jedoch sollte vor der Einnahme die aktuelle Verfügbarkeit und Rechtslage im jeweiligen EU-Land geprüft werden.
Typische Dosierungen in Studien lagen bei 1,8–2,4 g Glycin und 1,8–2,4 g NAC täglich. Dies stellt keine Dosierungsempfehlung dar. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen wir, ärztlichen Rat einzuholen.
Fazit
Glycin und NAC sind zwei gut erforschte Aminosäuren, die im menschlichen Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Ihre Kombination – bekannt als GlyNAC – ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Forschung ist vielversprechend, aber noch nicht abgeschlossen.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil.