Ashwagandha: Was sagt die Wissenschaft?

Ashwagandha: Was sagt die Wissenschaft?

Ashwagandha (Withania somnifera), auch bekannt als Schlafbeere oder Indischer Ginseng, gehört zu den bekanntesten Pflanzen der ayurvedischen Medizin. In den letzten Jahren ist das Interesse der modernen Wissenschaft an dieser Pflanze deutlich gestiegen – zahlreiche Studien haben sich mit ihren Inhaltsstoffen, insbesondere den Withanoliden, beschäftigt.

Wichtiger Hinweis: Für Ashwagandha liegen derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben gemäß der EU-Verordnung Nr. 1924/2006 (HCVO) vor. Die folgenden Informationen geben einen Überblick über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung und stellen keine Heilversprechen dar.

Was ist Ashwagandha?

Ashwagandha ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, die ursprünglich in Indien, Nordafrika und dem Mittelmeerraum beheimatet ist. Die Wurzel der Pflanze wird seit über 3.000 Jahren in der ayurvedischen Tradition verwendet. Der charakteristische Wirkstoffkomplex der Pflanze sind die sogenannten Withanolide – steroidale Laktone, die als Hauptinhaltsstoffe gelten.

Ausgewählte Studien im Überblick

Stressforschung

Chandrasekhar et al. (2012) veröffentlichten im Indian Journal of Psychological Medicine eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 64 Teilnehmern. Über einen Zeitraum von 60 Tagen erhielten die Probanden entweder Ashwagandha-Extrakt oder ein Placebo. Die Autoren berichteten über Unterschiede in den gemessenen Stressmarkern (Cortisol) zwischen den Gruppen. Die Studie hat eine begrenzte Teilnehmerzahl und weitere unabhängige Forschung ist erforderlich.

Sportliche Leistungsfähigkeit

Wankhede et al. (2015) untersuchten in einer Studie im Journal of the International Society of Sports Nutrition die Auswirkungen von Ashwagandha-Extrakt auf Muskelkraft und Erholung bei 57 männlichen Probanden über 8 Wochen. Die Autoren beobachteten Unterschiede in den gemessenen Parametern zwischen der Ashwagandha- und der Placebogruppe. Auch hier sind weitere Studien mit größeren Teilnehmerzahlen erforderlich.

Schlafforschung

Langade et al. (2019) veröffentlichten im PLOS ONE eine Studie mit 60 Teilnehmern, die Ashwagandha-Wurzelextrakt über 10 Wochen einnahmen. Die Forscher verwendeten standardisierte Schlafqualitätsmaße und berichteten über Unterschiede zwischen den Gruppen. Ashwagandha hat für schlafbezogene Aussagen keinen zugelassenen HCVO-Claim – die Ergebnisse sind daher rein wissenschaftlicher Natur.

Inhaltsstoffe: Withanolide

Der Standardisierungsgrad von Ashwagandha-Extrakten wird häufig über den Withanolid-Gehalt angegeben. Ein höherer Withanolid-Anteil (z.B. 10%) bedeutet eine konzentriertere Form des Extrakts. Die Bedeutung verschiedener Withanolid-Konzentrationen für die Qualität des Extrakts ist Gegenstand laufender Forschung.

Einordnung der Studienlage

Die wissenschaftliche Forschung zu Ashwagandha ist vielversprechend, befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium:

  • Viele Studien haben kleine Teilnehmerzahlen
  • Studiendesigns und verwendete Extrakte variieren stark
  • Die EFSA hat bislang keine gesundheitsbezogenen Angaben für Ashwagandha zugelassen
  • Weitere unabhängige Langzeitstudien sind erforderlich 

Fazit

Ashwagandha ist eine der am intensivsten erforschten Heilpflanzen der ayurvedischen Tradition. Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien liefern interessante Hinweise, die jedoch durch weitere unabhängige Forschung bestätigt werden müssen. Als Nahrungsergänzungsmittel kann Ashwagandha Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.


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Dieser Beitrag dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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